Kaffee dort, Kaffee hier, Kaffee morgens lob ich mir!

Wenn Sebastian23 Kaffee trinkt, neigt er nicht zu Übertreibungen, Übertreibungen neigen sich zu ihm. Wenn ich Kaffee trinke, werde ich lebensfähig.   

Wenn morgens um 05:45 Uhr mein Wecker klingelt befindet sich mein Gehirn in einem watteähnlichen Flauschezustand, völlig außerstande etwaige Informationen zu verarbeiten, geschweige denn, Output zu generieren. Also taste ich hilflos und verzweifelt nach meinem Smartphone, schalte den Wecker aus und blende mich mit dem Display, das mit der Intensität der Sonne strahlt (ca 3,846 × 1026 Watt), um die sofortige Rückkehr ins Reich der Träume zu verhindern. Ganz kurz schaue ich nach, was Zwoelfe die Nacht durch so gemacht hat, und ob sie mal wieder gestorben ist.

Wenn ich alle Benachrichtigungen abgeklappert habe, haben sich meine Augen langsam an den Zustand des Geöffnet-Seins oder Nicht-Seins, und an den Lichtschein gewöhnt. Langsam schwinge ich meine Beine über die Bettkante, gehe in die Küche und mache mir einen Kaffee. Die Kaffeemaschine selbst ist, wie ich weiß, um diese Uhrzeit ohrenbetäubend laut, also halte ich mir beim Mahlen der Bohnen wohlweislich die Ohren zu. Mit dem Kaffee (blond und süß) und einem Lungenbrötchen bequeme ich mich dann auf den Balkon und begrüße die Sonne, die erst in 2 Stunden aufgehen wird. Fotze! Dann eben den Mond…Es wird Zeit, dass sich der dreht.

In dem Moment, in dem das erste Koffein meine Blutbahn betritt, werden meine Sinne geschärft und meine chronische Hyponikotinie bekommt einen akuten Schub. Koffein, du Vitamin Wach, du Schlafmangel-Ausgleichs-Nährstoff, du Kreativ-Katalysator, mein Schatz! Meine Kohlenstoffketten schlagen Purzelbäume und verknoten sich zu dreidimensionalen Smileys und, oh, meine Blase drückt. Jetzt aber schnell! Dank des Kaffees renne ich mit 1,001facher Geschwindigkeit ins Badezimmer und erleichtere mich erleichtert. Ein hastiger Blick auf die Uhr verrät mir nun, dass ich schon 10 Minuten hinter meinem Zeitplan bin und ich beginne tanzend und singend, mich zu richten. Essen richten, Kaffee trinken, Vorlesungsskripte einpacken, Kaffee trinken, Besteck einpacken, Kaffee trinken, Geldbeutel und Schlüssel suchen, Kaffee trinken. Energiegeladen werfe ich die Kaffeetasse quer durch den Raum in die Spülmaschine und treffe; ich eile aus der Haustür und haste zu meinem Auto. Alle lahmarschigen Autofahrer fahren natürlich vor mir, und mit blutig gebissenen Nagelbetten erreiche ich den Bahnhof, springe quasi aus dem fahrenden Auto (GTA-Style) und schlendere, meine Würde bewahrend, an den Bahnsteig.

„Sehr geehrte Damen und Herren, IRE 2650 nach Basel, abfahrt 07:30 Uhr verzögert sich um 20 Minuten. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“
 

Vielleicht sollte der Lokführer es mal mit Kaffee versuchen.

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